Handlungsansatz

Das gemeinschaftliche Trommeln auf einer Cajon bereitet Kindern nicht nur Freude sondern fördert auch eine Vielzahl von Kompetenzen wie z.B. ein verfeinertes Körperempfinden, Empathiefähigkeit und ein erhöhtes Selbstwertgefühl. 
Das Cajonspielen ermöglicht schnelle Erfolgserlebnisse und bietet durch seine leichte Spielart auch Kindern mit Assistenzbedarf die Chance, sich gleichwertig am Gruppenprozess zu beteiligen und sich so als selbstwirksam zu erleben. Gemeinschaftliches Trommeln unterstützt somit ein inklusives pädagogisches Arbeiten und stärkt das „Wir“-Gefühl der jeweiligen Klassen.

Pädagogischer Nutzen

Das Cajon-Trommeln ist eine Betätigung bei der Kinder vielfältige Kompetenzen erwerben können.
„Das Musizieren in Gruppen am Beispiel des Trommelns erfordert vom Einzelnen die Fähigkeit bzw. die Bereitschaft, Regeln einzuhalten“ (Piehl 2008: 131). Durch das gemeinsame Ziel Musikstücke einzuüben entstehen Aushandlungsprozesse zwischen den Kindern, wodurch zum einen die Kommunikationsfähigkeit wie auch die Empathiefähigkeit gefördert werden (vgl. Nietsch/Hüther 2011: 189). Trommeln ist eine niederschwellige Tätigkeit, bei der sich die Kinder schon nach kurzer Zeit als selbstwirksam erleben und ihr Selbstwertgefühl gestärkt werden kann(vgl. ebd.: 132f.).
Wird der Weltrekord gebrochen wird sich dieser Effekt potenzieren. Hierbei können auch Kinder mit Assistenzbedarf als gleichwertige Mitglieder am musikalischen Prozess teilhaben. Durch das Erlernen verschiedener Rhythmen wird sowohl die Motorik als auch die Konzentration der Kinder gefordert und gefördert (vgl. Nietsch/ Hüther 2011: 189). 
Die Cajon ist ein stabiles, belastbares Instrument, daher können Kinder mit einem erhöhte Bewegungsdrang ihre gesamte Kraft einsetzen und auch eventuell „angestaute Aggression und körperliche (An-)spannungen können rhythmisch umgewandelt und dadurch kompensiert werden.“ (Piehl 2008: 104) Ferner wird durch die direkte körperliche Resonanz des Instrumentes auf unterschiedlich kraftvolle Schläge, die Körperwahrnehmung der Kinder verfeinert (vgl.Nietsch/Hüther 2013: 102).

Inhaltliche Durchführung 

Das Projekt „Trommeln … (Welt-)Klasse!“ wird in drei aufbauenden Phasen durchgeführt (lt. Projektbeschreibung bei Beginn):

  1. In Kooperation mit der Stadt Hildesheim (Bildungskoordinatorin Fr. Hartung) werden nach den Sommerferien die Schulen in Stadt und Landkreis Hildesheim über das Projekt informiert und zu einer Teilnahme ermutigt. Hierbei werden den Schulen sowohl Informationen über den Projektverlauf, als auch über das Instrument Cajon und dessen Einsatzmöglichkeiten im Musikunterricht zugesandt. Gespräche mit den Musiklehrern vor Ort sollen den Schulen ermöglicht werden, um das Instrument vorzustellen und Einsatzmöglichkeiten abzustimmen. Nach der Akquise der Schulen wird durch den Projektleiter Ralf Dittrich das Lermaterial vorbereitet. Hierbei sollen differenzierte Materialien erstellt werden, die sowohl Medien affine Lehrkräfte wie auch klassische Lehrmethoden angemessen unterstützen (z.B. Erstellung von Video-Tutorials, „Noten“blättern etc.). 

  2. In der zweiten Phase werden das Lehrmaterial und die Cajons ausgegeben. Jede Materialausgabe wird dabei von einem Projektmitarbeiter betreut, die Cajons gemeinsam zusammengebaut und das Material zur Anleitung besprochen. Damit die Schule mit Lehrkräften und Schulleitung auf der einen Seite und die Kinder auf der anderen die Trommeln und das Projekt als „Weltrekordversuch“ wahrnehmen, wird hier jeweils eine Vorstellung des Projektmitarbeiters erfolgen. Nach der Vorstellung und Einführung übernehmen die Klassen die Arbeit an den Instrumenten, hierbei können erste Einheiten auch durch die Projektmitarbeiter begleitet werden. Die Klassen arbeiten mind. 10 Wochen oder optimal ein Schulhalbjahr mit den Trommeln und üben vier Stücke ein. 

  3. Nachdem die Klassen die Stücke eingeübt haben und diese von den Projektmitarbeitern abgenommen wurden, werden gezielte Proben für den Auftritt mit den Schüler*innen stattfinden. Damit der Auftritt musikalisch gelingt wird ein Konzept zur Durchführung des Weltrekordversuchs erarbeitet. Das Konzept wird zusätzlich durch ein Rahmenprogramm flankiert. Die Schüler*innen bekommen so ausreichend Pausen zwischen den Auftritten und Zuschauer*innen wir auch die Schüler*innen erleben ein buntes, abwechslungsreiches Programm. Für den Auftritt werden zusätzlich Shaker-Eggs und einheitliche T-Shirts ausgegeben. Mit den Shaker-Eggs werden zusätzliche Rythmen und Bewegungen für den Auftritt eingeübt; sie sind Teil des Cajonangebotes. Nach Beendigung der Aktion erhält jedes Kind eine Urkunde als WeltrekordhalterIn.